Grundlagen
Was ist CIRS?
Critical Incident Reporting System — ein anonymes Meldesystem zur Verbesserung von Sicherheit und Prozessen.
Der CIRS-Ansatz
CIRS steht für Critical Incident Reporting System — ein anonymes Meldesystem, ursprünglich aus der Luftfahrt, heute Standard im Gesundheitswesen und zunehmend in der Justiz und öffentlichen Verwaltung.
Der Grundgedanke
Nicht der Fehler ist das Problem — ihn zu verschweigen. Wer Vorfälle systematisch sammelt und auswertet, findet Schwachstellen, bevor sie Schaden anrichten.
Was gehört rein?
- Beinahe-Vorfälle — die wertvollsten Meldungen, weil sie eine Schwachstelle zeigen, ohne dass es schon Konsequenzen gab.
- Vorfälle ohne Schaden — etwa rechtzeitig bemerkte Medikationsfehler, Aktenverwechslungen, IT-Ausfälle.
- Vorfälle mit leichtem Schaden — abgefangen, aber meldenswert wegen Wiederholungsrisiko.
- Beobachtete Schwachstellen — noch kein Vorfall, aber strukturelles Risiko (fehlende SOP, unklare Zuständigkeit).
Was gehört nicht rein?
- Schwere Schäden, die unmittelbar dokumentationspflichtig sind (das ist ein eigener Prozess in Ihrer Organisation).
- Hinweise auf Recht- und Compliance-Verstöße — nutzen Sie dafür das Hinweisgeberportal.
- Persönliche Konflikte oder Führungsprobleme — das gehört in BR/MAV-Kanäle.
Was passiert mit der Meldung?
Sie wird anonym in eine Datenbank aufgenommen, kategorisiert und statistisch ausgewertet. Verantwortliche für Qualität und Sicherheit erhalten regelmäßige Reports nach Kategorie, Schwere, beitragenden Faktoren und vorgeschlagenen Maßnahmen. Im Idealfall führt das zu konkreten Prozessänderungen.
Bereit, einen Vorfall zu melden?
Anonym — ohne Rückschluss auf Ihre Identität.